Geschichte

 

 
  Unser Verein stellt sich vor. Hier finden Sie Informationen über Vereinsführung, -gliederung, Veranstaltungen o. ä.
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Unsere Geschichte von 1904 bis 2007

 

 

Klootschießen und Boßeln hat in Etzel eine lange Tradition. Während schon seit Jahrhunderten mit dem Kloot geworfen wurde, hat sich der Boßelsport erst im Laufe der letzten hundert Jahre entwickelt. Vorher gab es kaum befestigte Straßen, wohl aber harte Winter mit kahlem Frost.

 

Wann wurde nun in Etzel ein Klootschießerverein gegründet?

 

Mündlich überliefert ist uns folgendes: Nach einem Klootschießer-Feldkampf im Winter 1904 versammelte man sich in der Gastwirtschaft Friedrich Ekhoff, um einen „Kugelwerferverein“ zu gründen. Ein Protokoll darüber fehlt. Vorhanden ist jedoch eine Beitragsliste mit 51 Namen sowie Einnahmen und Ausgaben ab 1904.

 

Der 1. Vorsitzende war Hillert Evers, Schrift- und Kassenführer der Gastwirt Friedrich Ekhoff. Hier sollte auch das Vereinslokal sein. Hier sei vermerkt: Unser Verein ist noch heute im selben Lokal!

  

        Gaststätte Ekhoff um 1900                                                                         Der „Dörpkroog“ im Jahre 2004 

Eintragungen über Einnahmen und Ausgaben des Vereines finden wir bis 1913 und dann wieder nach dem 1. Weltkrieg ab 1919. Das erste Protokoll wurde am 21. März 1919 verfasst.

Im Protokoll vom 8. Januar 1921 heißt es: „Als Vertreter zum Verband Friedeburg wurden Hinrich Schepker, Heinrich Evers und Hermann Heyen gewählt.“

Ab jetzt heißt es auch „Klootschießerverein Etzel“. Der Vereinsname „Liek ut Hand“ ist in alten Protokollen jedoch nicht erwähnt.

 

Die Protokolle sowie die Einnahmen und Ausgaben waren immer auch ein Spiegel der jeweiligen Zeit:

Ausgaben 1904:      Botenlohn                                                  75 Pfennig

                                Anzeiger f. Harlingerland                            1,20 Mark

                                25 Ltr. Bier                                                4,50 Mark

                                für Musik                                                   25,- Mark

 

Einnahmen 1923:    Freiwillige Sammlung                                    3280,- Mark

                                Überschuß vom Ball                                    11655,- Mark

 

Auch während des 2. Weltkrieges kam das Vereinsleben fast völlig zum erliegen. In der ersten Hauptversammlung am 22. März 1947 hatte unser Verein den Verlust zahlreicher Friesenspieler zu beklagen.

 

Aber nach dem Ende des „tausendjährigen Reiches“ wurde schnell wieder mit dem Friesenspiel begonnen. Die Etzeler trafen sich zu regelmäßigen Übungswerfen im Klootschießen, an denen im ersten Jahr 22 Werfer teilnahmen.

Im Januar 1947 wurden 2 Feldkämpfe gegen die starke Mannschaft aus Zetel durchgeführt, die aber beide noch knapp verloren gingen.

Im strengen Winter 47/48 war man dann schon erfolgreicher. Von insgesamt 25 Feldkämpfen ging nur ein einziger unglücklich (mit dem letzten Wurf) verloren. 24 mal gingen die Etzeler siegreich vom Feld.

 

In den Nachkriegsjahren war verständlicherweise das Bedürfnis nach gesellschaftlichen Veranstaltungen sehr groß. So gab es Bälle im „Spätwinter“ und im Herbst sowie am 2. Ostertag (nach dem Preiswerfen). Daneben wurden „gemütliche Abende“ und in jedem Sommer ein Ausflug mit großer Beteiligung angeboten.

 

Das Jahr 1954 stand im Zeichen des 50jährigen Bestehens des Vereins. Beim Sommerfest, verbunden mit Bosseln, Klootschießen und Tanz im Festzelt wurde diese Jubiläum gebührend gefeiert.

Zehn Jahre später, beim Winterball im Saale Wilken konnten noch 5 Gründer des Vereines geehrt werden: Hinrich Schepker, Johann Steinmetz, Johann Joachim Ekhoff, Harm Hinrichs und Mathias Tütken.

  

Das Bild zeigt (v.l.n.r.) Kreisvorsitzenden

Hermann Decker sowie die Vereins-

gründer Joh. J. Ekhoff, Hinrich Schepker

und Johann Steinmetz

bei der 60Jahr-Feier 1964

 

 

Als letztem Gründer von 1904 war es schließlich Johann Steinmetz vergönnt, im Alter von 94 Jahren an der 75-Jahr-Feier des Vereins im Jahre 1979 teilzunehmen.

 

Im Jahre 1969 wurde eine Vereinsfahne in Auftrag gegeben. Zur Fahnenweihe waren fast alle Vereine des Kreisverbandes Friedeburg mit Fahnenabordnungen erschienen. Der Verbandsvorsitzende Hermann Decker aus Wiesede nahm die Fahnenweihe vor.

 

 

Die ersten Fahnenträger des Vereins:      Weert Harms, Begleiter Manfred Oldenettel und Richard Ekhoff jr.

Im Jahre 1971 wollten dann auch die Frauen nicht immer nur zuschauen. Es wurde die Frauenabteilung des Vereins gegründet. Die 1. Vorsitzende war Leni Schneider (geb. Kuhlmann). Als 2. Vorsitzende wurde Ingeborg Neunaber gewählt.

 

- Boßeln in Etzel -

 

Boßeln konnte man Anfang des vorigen Jahrhunderts nur auf wenigen (Klinker-) Straßen, z.B. von Etzel nach Horsten oder nach Strudden. Auch auf der Etzeler Dorfstraße wurde geworfen. Erst nach dem 2. Weltkrieg wurden viele Wege befestigt und damit „bosseltauglich“. In den folgenden Jahren löste dann das Boßeln das schwieriger zu erlernende Klootschießen als bevorzugte Sportart immer mehr ab.

 

Wenig ist zum Boßeln aus den Anfängen unseres Vereines bekannt. Alten Protokollen und Aufzeichnungen sind folgende Daten zu entnehmen

                                                                                                             

1906        -  Wettboßeln gegen Horsten

1907       - Wettboßeln gegen Neustadtgödens

1908       - Wettbosseln gegen Marx

 

Das folgende Bild wurde in den 20er Jahren aufgenommen und zeigt Etzeler Boßler mit Kugel und Fahne vor der Gaststätte Emil Wilken.

V.l.n.r: Emil Wilken, Willi Schepker, Hinrich Schepker, Otto Junker (mit Fahne), Richard Ekhoff, Gerhard Ekhoff, Wilhelm Varenhorst, Martha Kuper (mit Boßel), (?), Hermann Heyen, Hinrich Heyen, Heinrich Evers, kniend Johann Oldenettel (sen.)

Und immer wieder wird seit der Gründung des Vereines das Osterpreiswerfen erwähnt, das sich bis heute großer Beliebtheit erfreut.

 

Nach dem 2. Weltkrieg, in dem das Bosseln fast völlig zum erliegen kommt, ist es vor allem der 1. Vorsitzende Hinrich Schepker, der das Vereinsleben wieder aktiviert. So wird neben regelmäßigem Übungswerfen auch (und vor allem) das gesellschaftliche Leben mit Bällen und „Teeabenden“ gepflegt. Zucker und Kuchen muss jeder selber mitbringen.

 

Im Jahr 1947 fand ein Vereinsbosseln statt, wobei verheiratete gegen unverheiratete Männer warfen.

1949 wird zunächst auf der Straße nach Strudden gegen Horsten geworfen. Gegen Reepsholt wirf man mit 30 Mann auf der Straße von Strudden nach Marx.

 

Im Jahre 1964 waren die Etzeler sogar die erfolgreichste Mannschaft des Kreisverbandes Friedeburg und gewannen den „Jubiläums-Pokal“. Das folgende Bild zeigt die Pokalübergabe an die Werfer Richard Hinrichs, Richard Ekhoff, Friedrich Ekhoff und Heini Hinrichs sowie dem Vereinsvorsitzenden Heinrich Heyen (v.l.n.r.) auf einer Festveranstaltung  in Wiesederfehn.

In den 60er und 70er Jahren richtete jeder Verein Sommerfeste aus, bei denen Pokale, Plaketten und Sachpreise zu gewinnen waren. 1977 fand sich dann in Etzel eine Gruppe zusammen, die überall wo sie auftrat erste Plätze belegte. Insgesamt wurden 15 Pokale und Plaketten gewonnen.

Die erfolgreichen Werfer Arthur Schumacher, Johann Schmidt, Dieter Gronewoud, Harm B. Wiemers, Herbert Heyen und Richard Ekhoff jr. wurden vom Verein mit einem Wandteller geehrt.

 

Im März 1974 berichtet Heinrich Heyen von der Verbandsversammlung in Marx, wo beschlossen wurde, dass im Kreisverband künftig Punktspiele stattfinden sollen. Diese Änderung trifft anfangs nicht nur auf ein positives Echo. Im Nachhinein stellte sich diese Umstellung jedoch als Glücksgriff für den Boßelsport heraus. Ab 1976 braucht jeder Boßler zur Teilnahme an den Punktspielen dann einen Werferpass.

 

Zunächst hießen die verschiedenen Ligen A-, B- und C-Staffel, wobei die Etzeler Männer in der A-Staffel häufig vordere Plätze belegten. Es gelang jedoch nie den Kreismeistertitel zu gewinnen. Zwischenzeitlich musste man auch in die B-Staffel absteigen. 1986 gelang jedoch die Meisterschaft und der Wiederaufstieg in die A-Staffel.

Folgendes Bild zeigt die erfolgreiche Männermannschaft von 1986:

Die größten Triumphe erlebte der Etzeler Verein jedoch mit seinen Jüngsten. Ende der 70er Jahre formten der Schülerwart Willi Hinrichs und der Jugendwart Weert Harms mit viel Engagement eine Erfolgsgruppe, die ihresgleichen sucht.

Mit den Werfern Wilko und Karl Hinrichs, Dieter und Egon Harms, Gerold Heyen, Ingo Renken, Ralf Ekhoff, Uwe Schmidt, Heinrich Oetken, Holger und Stefan Nixdorf gelang es nicht nur mehrmals Kreismeister des Verbandes Friedeburg zu werden.

 

Am 21. April 1979 wurde man bei den Meisterschaften des Landesverbandes Ostfriesland in Hollsand Landesmeister der C-Jugend. Am 29. April 1979 konnte man dann gegen den Oldenburger Meister aus Spohle noch nicht ganz mithalten und wurde Vize-FKV-Meister.

Im Jahre 1980 war es dann aber soweit. Nachdem man in Burhafe den Titel des Landesmeisters verteidigt hatte, konnte man den Oldenburger Meister aus Waddens Sage und Schreibe mit 8 Wurf besiegen und wurde überlegen Meister des gesamten Friesischen Klootschießerverbandes.

V.l.n.r. hinten: Georg v. Arnhold, Detlef Gerjets, Jugendwart Weert Harms,

Schülerwart Willi Hinrichs; Mitte: Ralf Ekhoff, Heinrich Oetken, Gerold Heyen,

Egon Harms, Uwe Schmidt; Vorne: Ingo Renken, Dieter Harms, Wilko Hinrichs,

Karl Hinrichs, Holger Nixdorf, Stefan Nixdorf